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Geschichte der Bienen

die Biene - seit Millionen von Jahren ein Waldtier

Die Honigbiene lebte viele Millionen Jahre hauptsächlich in Baumhöhlen.

 

Erst vor ca. 150 Jahren wurde begonnen, Bienen in künstlichen, eckigen Magazinbeuten zu halten.

Diese Form der Bienenhaltung widerspricht den natürlichen Bedürfnissen eines Bienenvolks. Sowohl für die Bienen als auch für Imker gibt es bessere Lösungen. 

Zunächst wollen wir die Biene als Tier verstehen und ihre Geschichte in diesem Abschnitt genau untersuchen. 

Die Honigbiene lebte viele Millionen Jahre hauptsächlich in Baumhöhlen

 

Aus der Überschussproduktion von Honig, Wachs und fermentiertem Pollen (Bienenbrot/Perga) ernährten sich viele Wildtiere und auch der Mensch im Einklang mit der Natur. Nach und nach verschwanden die großen Wälder durch Abholzung auch in Europa. Die Folge war, dass auch die Baumhöhlen, also der Lebensraum für die Bienen, immer weniger wurden. Aus der Not heraus wurden von unseren Vorfahren künstliche Bienenbehausungen geschaffen. So wurden z.B. im Mittelalter durch die Zeidler Behausungen für die Bienen in Bäume geschlagen, da nicht mehr genügend natürliche Baumhöhlen vorhanden waren. Das Angebot von Trachtpflanzen war zu dieser Zeit so groß, dass nach Überlieferungen in der Gegend von Feucht (in der Nähe von Nürnberg) 60 Bienenvölker/km² ohne Zucker-Zufütterung gehalten werden konnten.

Vor etwa 150 Jahren wurde begonnen, mit eckigen Bienenbeuten zu imkern.

Durch die heutigen Messmethoden kann man sehr leicht mit Temperaturfühlern und Wärmebildkameras feststellen, dass an den Ecken der Beuten sehr viel Wärme verloren geht. Mitte Januar beginnt die Bienenkönigin wieder mit dem Eier legen. Dann muss das Bienenvolk jede Brutzelle mit einer konstanten Temperatur von 35 Grad Tag und Nacht durch Vibration und Reibung der Flugmuskulatur beheizen. Das kostet Energie und sehr viel Honig wird von den Bienen verbraucht,

Bei Magazinbeuten kann heute beobachtet werden, dass die Ecken der Rähmchen oftmals nicht bebaut werden. Das Brutnest ist auch in viereckigen Bienenbeuten immer rund ausgebildet und befindet sich im Zentrum der Beute, da die Brut immer eine konstante Wärme benötigt. Es zeigt sich also auch in Magazinbeuten, dass die Bienen runde Formen bevorzugen. 

Die Ursache vieler Bienenkrankheiten ist fehlende Wärme und zu hohe Luftfeuchtigkeit. 

Das heutige Bienensterben hat viele Ursachen. 1990 gab es in Deutschland noch 1.6 Millionen Bienenvölker heute sind es noch ca. 900 000 Bienenvölker. Die Bienendichte liegt heute bei ca. 2-4 Bienenvölker/km² (95% weniger als im Mittelalter). Ohne Zucker-Zufütterung würden heute viele Bienenvölker verhungern.

Als Lösung für viele dieser Probleme wurde die Bienenkugel entwickelt, um den Bienen eine natürliche Form der Behausung zu ermöglichen. Nun ist es die Aufgabe der weltweiten Imkergemeinschaft, die Bienenhaltung zu ändern.

Das Bienenvolk

 

Ein Bienenvolk besteht aus einer Königin, Bienen (Arbeiterinnen) und Drohnen (Männlein).

Im Bienenvolk gibt es keine Hierarchie. Was zu tun ist wird durch die natürliche Anlage und durch einzelne Bienengruppen oder das gesamte Volk entschieden. Hier gibt es je nach Situation unterschiedliche Gruppen, die unterschiedliche Aufgaben festlegen. Das ganze Volk bestimmt was zu tun ist und setzt entsprechend Prioritäten. Wenn weniger geheizt werden muss, wie das in der Bienenkugel der Fall ist, hat das Bienenvolk automatisch mehr Zeit, sich um andere notwendige Arbeiten und Aufgaben zu kümmern.

Varroamilbe & Bücherskoprion

Interessant ist, dass es in der Bienenkugel weniger Drohnenbrut und Drohnen gibt. Es ist bekannt, dass in Magazinbeuten in der Regel 2000-3000 Drohnen vorhanden sind. Bei der Bienenkugel sind es hingegen nur 300-600. In der Drohnenbrut vermehrt sich vornehmlich die Varroamilbe. Weniger Drohnenbrut bedeutet deshalb auch Reduzierung der Varroamilben-Population, was wiederum zur Folge hat, dass das Bienenvolk gesünder und stärker ist. 

 

Die Varroamilben-Population wird außerdem durch hohe Luftfeuchtigkeit (über 80% relative Luftfeuchtigkeit) im Bienenstock gefördert, was gerade in Magazinbeuten ein Problem ist.  

Der Bücherskorpion, der in Symbiose mit den Bienen lebt und Varroamilben frisst, siedelt sich in zu feuchten Bienenstöcken ungerne an. Er bevorzugt ein ausgeglichenes Wohnklima, wie es in der Bienenkugel der Fall ist. 

In der Bienenkugel sind Habitate für den Bücherskorpion konstruktiv integriert. Messungen zeigen, dass die Luftfeuchtigkeit durch den Einsatz bestimmter Werkstoffe und Konstruktionsmethoden reguliert werden kann. Erfahrungen mit der Bienenkugel bestätigen, dass sich der Bücherskorpion bei diesen Voraussetzungen gerne ansiedelt.

Die Wahrscheinlichkeit für einen hohen Varroamilben-Befall, der das Bienenvolk gefährdet, ist in der Bienenkugel deutlich geringer, als in herkömmlichen eckigen Beutensystemen.